Wissenswertes über Puzzle
Ein Puzzle [ˈpasl, ˈpʊsl] (engl. [ˈpʌzl] Rätsel, Verwirrung) ist ein mechanisches Geduldspiel, genauer gesagt ein Legespiel, bei dem versucht wird, die einzelnen Puzzleteile wieder zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Das englische Wort ist jigsaw puzzle („Stichsägenrätsel“), da die ersten Spiele mit der Laubsäge hergestellt wurden.
Das Puzzle ist ein altes Spiel. Es wurde bereits 1763 in England von einem Kupferstecher namens John Spilsbury erfunden. Dazu klebte er eine Landkarte von Großbritannien auf ein Holzbrettchen und zersägte dieses entlang der Grenzlinien der verschiedenen Grafschaften. Der Spieler musste versuchen, die Karte wieder zu vervollständigen. So verkaufte er sein Legespiel als „Lehrmittel zur Erleichterung des Erdkundeunterrichts“. Dabei waren die Teile noch nicht verzahnt, wie wir es heute kennen. Diese so genannten Interlocking-Puzzle entstanden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Massenproduktion der bisher in Handarbeit hergestellten Puzzles. Dadurch konnten die einst teuren Spiele preiswerter angeboten werden und so ihre Popularität steigern. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich am Prinzip der Herstellung kaum etwas geändert. Ein auf Pappe gedrucktes Motiv wird mit einer Stanze in viele kleine Teile zerlegt. Die handgefertigten Stanzen sind so individuell, dass die Puzzleteile unterschiedlich aussehen. Bei Riesenpuzzles müssen teilweise auch mehrere Stanzen genutzt werden. Die wichtigsten Fortschritte bei der Herstellung erzielten die Produzenten bei der Präzision des Schnittes der Teile. Dies ist auch eines der entscheidenden Qualitätsmerkmale eines Puzzles, neben dem Druck und der Stabilität der Farben. Je genauer die Teile gestanzt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, Teile falsch zu verbinden.
Es gibt Puzzles mit fünf Teilen für Kinder oder Riesenpuzzles mit weit über 10.000 Teilen für Fortgeschrittene. Das derzeit größte Puzzle („Life“ original: „Vida“) hat 24.000 Teile und wird seit 2007 von der spanischen Firma „Educa“ vermarktet.[1] Entworfen hat es der Neuseeländer Royce B. McClure. Fertig beansprucht es eine Fläche von 4,28 × 1,57 m und ist für knapp USD 300,- zu haben.[2] – Wer kapituliert kann das gleiche Motiv auch als 3000er bekommen.
Der Schwierigkeitsgrad kann außer durch die Anzahl der Teile und die farblichen Besonderheiten des Motivs, wie große Flächen mit geringen Farbabstufungen, noch weiter gesteigert werden. Einige Internetanbieter versenden Puzzles ohne Motivvorlage oder mischen zwei Spiele zusammen. Auch eine Kombination aus beiden Schwierigkeitsgraden wird angeboten. Des Weiteren gibt es Puzzles, die auf beiden Seiten mit (unterschiedlichen) Motiven bedruckt sind, so dass man zusätzlich noch entscheiden muss, welches die „richtige“ Seite jedes Puzzleteils ist. Von Ravensburger gibt es als „Puzzleherausforderung“ auch zwei Puzzles (2006) ohne Motiv, das Krypt silber (654 Teile) und das Krypt Bronze (631 Teile), bei denen nur aufgrund der Form der Puzzleteile eine leere silbergraue oder bronze-getönte Fläche (70 × 50 cm) zusammenzusetzen ist.
dies in möglichst kurzer Zeit.
Am 26. September 2004 veranstaltete die Stadt Königsbrunn den 1. Deutschen Puzzletag und erzielte einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für den Weltrekord im Legen der längsten Puzzle-Kette.
Am 17. September 2006 trat Königsbrunn am 2. Deutschen Puzzletag gegen die Stadt Buxtehude an. Beide Städte sollten in fünf Stunden möglichst 5.000 Puzzles verschiedener Größen legen. Königsbrunn gewann das Duell.
Am 28. September 2008 fand in Ravensburg der 3. Deutsche Puzzletag statt. Hier wurde der Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für das größte Puzzle der Welt mit den meisten Teilen gebrochen. Das Weltrekord-Puzzle besteht aus 4.088 einzelnen Puzzles, deren Ränder nahtlos zusammengefügt werden, bis daraus ein zusammenhängendes Riesenpuzzle mit insgesamt 1.034.378 Teilen entsteht. Die Ravensburger übertrafen mit ihrer Leistung den alten Puzzlerekord von rund 212.000 Teilen, der im Jahr 2002 in Singapur aufgestellt wurde, um das fünffache. Die Ravensburger AG produzierte das Puzzle für den Weltrekord.
Varianten:
Shmuzzle: Eine 1976 erfundene Abart des Puzzles ist das Shmuzzle. Bei diesem haben alle Teile die gleiche Form. Es gibt aber trotzdem nur eine Weise, ein Shmuzzle richtig zusammenzusetzen. Die Einzelteile sind sogenannte Escherkacheln (nach M. C. Escher).
Quassle-Puzzle: Ist eigentlich eine Form des Shmuzzle, bei welcher sich die richtige Lage der einzelnen Teile aufgrund einer Geschichte oder aufgrund von Sprechblaseninhalten auf den Puzzleteilen ergibt.
Krimipuzzle: Hierbei ist das zu legende Bild im Zusammenhang mit einem Kriminalfall zu sehen. Zunächst wird der Krimi gelesen, dann das Puzzle gelegt (ohne Vorlage!), und aus dem Bild ergeben sich weitere Hinweise zum Lösen des Krimis. Die Qualität der Geschichten ist recht unterschiedlich; entsprechend sind auch die im Bild versteckten Hinweise zum Teil schwer nachzuvollziehen[3].
Puzzleball: Das fertiggestellte Puzzle bildet hier eine Kugel. Dazu sind die Kunststoffteile entsprechend gewölbt und an den Rändern konisch zugeschnitten. Ein Beispiel für einen Puzzleball bietet das Wikipedia-Logo.
3D-Puzzle (Puzz3D): Die aus Schaumstoff gefertigten Puzzleteile bilden ein dreidimensionales Objekt (z. B. ein Bauwerk). Einzelne Ebenen des Objekts werden wie ein normales Puzzle zusammengesetzt. An den Rändern hat jede Ebene Verzahnungen, mit welcher sie mit den Nachbarebenen verbunden wird. Eine abstraktere Variante sind die Happy Cubes.
Sculpture-Puzzle: Eine Skulptur (Büste, Statue) aus Karton ist in dünne horizontale Scheiben zerschnitten. Diese müssen auf einem oder mehrere senkrechte zentrische Stäbe in der richtigen Reihenfolge aufgebaut werden, sodass sich die vollständige Skulptur ergibt.
Würfelpuzzle für Kinder: Hier wird das Bild in regelmäßige Quadrate zerlegt (etwa 12 oder 20), die jeweils auf eine Seite eines Würfels geklebt werden. Das ganze wird mit fünf weiteren Bildern auf den restlichen Würfelseiten ausgeführt. Beim Zusammensetzen des Würfelpuzzles ist zunächst die richtige Seite des Würfels zu suchen und diese dann an die richtige Stelle zu setzen. Zahlreiche Puzzles sind als Lernspiele zu Farben und Formen und zur Festigung des räumlichen Denkens für Kinder in jedem Alter erschienen.
Begonnen werden sollte mit dem Rand, da sich diese Teile meist leicht erkennen und zusammenfügen lassen. Auch markante Bildteile, die sich durch klare Farben und Konturen auszeichnen, lassen sich meist schnell erstellen. Das Sortieren einzelner Teile nach Farbe in verschiedenen Behältern ist sinnvoll, eine andere Möglichkeit besteht darin, die Teile nach ihrer Konfiguration oder Form zu sortieren. Da zur Fertigung großer Puzzles mitunter dieselbe Stanze mehrfach verwendet wird, kann sich das Muster genau wiederholen. Dadurch kann von der Form bereits bekannter Teile auf die Form unbekannter Teile an einer vollkommen anderen Stelle des Puzzles geschlossen werden.
Ein Puzzle wird zur Entspannung gelegt. Nach einer gewissen Zeit prägen sich Details der einzelnen Teile ein - im Gehirn wird quasi eine Datenbank angelegt -, so dass nach geraumer Zeit auf ein gesuchtes Teil zielgenau zugegriffen werden kann.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Puzzle (Stand: 05.12.2008)